Nürnberg Mögeldorf 2012/II/24

Nach der Untersuchung der bisherigen Orgelsituation in der kath. Kirche St. Karl Borromäus in Nürnberg Mögeldorf haben wir der Kirchengemeinde einen besonderen Vorschlag unterbreitet: weder eine Sanierung der bestehenden Orgel noch ein kompletter Neubau schien uns angebracht, sondern die Neukonzeption des Instruments unter Verwendung der qualitativ gut gebauten Elemente der Vorgänger-Orgel. Die technischen Elemente wurden alle gänzlich neu gebaut, die bestehende Prospektfront und ca. 740 Pfeifen wurden übernommen und überarbeitet ins neue Instrument integriert. Der 1983 neu geschaffene Prospekt ist in seiner Grundform bestens in das architektonische Umfeld eingepasst und nimmt die charakteristischen Faltungen der Empore auf. Die schwarzen „Löcher“ zwischen den Pfeifenmündungen und den oberen Gehäuseabschlüssen waren entweder aus Spargründen leer gelassen worden, oder aber es war noch ein verspäteter Ausläufer der 60er- und 70er-Jahre-Ästhetik, wo absolut schmucklose „Orgelkästen“ der Normalfall waren. Der in seiner Erscheinung etwas grobe Prospekt wurde an gewissen Stellen verfeinert, ohne den Grundentwurf anzutasten. Ein neues Element sind die vier vertikalen Streifen aus Edelstahl-Gewebe, die nun die einzelnen Gehäuseteile voneinander und von den Seitenwänden der Orgelnische trennen. (Die vorher massiv gebauten Holzblenden wurden entfernt.) Die neuen Schleiergitter aus schräg gestellten Holz-Lamellen, unterschiedlich dimensioniert und rot gebeizt, unterstreichen die Plastizität des Gehäuses und bilden eine Verbindung zu den übrigen Ausstattungselementen im Kirchenraum.

Hinter der Orgelfassade hat sich Einiges geändert. Wo vorher einzelne Windladen, Bälge, Kanäle und elektrische Anschlussbretter in scheinbar chaotischer Weise verteilt waren, steht heute ein bis ins kleinste Detail geplantes Innenleben. Die Orgelfront wurde zu einem geschlossenen Gehäuse aus feinjährigem Bergfichtenholz ergänzt. Die mechanischen Spiel- und Registertrakturen sind übersichtlich und gut zugänglich angelegt. Gleiches gilt auch für alle übrigen Elemente wie die Motor- und Kanalanlage und das Pfeifenwerk. Hinter dem mittigen Hauptwerks-/Positiv-Gehäuse ist Raum vorgesehen für eine allfällige spätere Erweiterung der Orgel um ein drittes Manual (Schwellwerk). In der Planung ist dieses dritte Manual schon berücksichtigt. Der Spieltisch wurde entsprechend vorbereitet, so dass dieser zweite Ausbauschritt überhaupt realisierbar ist.

Hauptwerk I

Bourdon16'
Principal8'
Rohrflöte8'
Spitzgambe8'
Octave4'
Flöte4'
Octave2'
Mixtur1 1/3'
Trompete8'

Positiv II

Gedackt8'
Salicional8'
Octave4'
Traversflöte4'
Sesquialtera II
Flöte2'
Mixtur IV1'
Spanische Trompete8'
Oboe8'
Tremulant

Pedal

Princial16'
Subbass16'
Octave8'
Choralbass4'
Posaune16'
Trompete8'