Luzern Würzenbach St. Johannes 1980/III/32

1970 wurde in Luzern das neue kath. Kirchenzentrum St. Johannes Würzenbach eingeweiht. Es ist eines der bedeutendsten Werke des bekannten Schweizer Bildhauers und Architekten Walter M. Förderer (1928-2006). Förderer hat sich in seiner relativ kurzen Tätigkeit als Architekt hauptsächlich mit Schulgebäuden und Kirchenräumen befasst. Seine Formensprache ist dem Neo-Expressionismus zuzuordnen. Die Betonbauten im „brutalistischen Stil“ vereinigen oft polygonale Grundrisse und kompliziert verschachtelte Volumina mit indirekter Lichtführung. Neben St. Johannes Luzern Würzenbach stehen ähnliche Sakral-Gebäude von Förderer in Heiligkreuz Chur 1969, Heiligkreuz Bern Tiefenau 1969, St. Gallus Lichtensteig/SG 1970, Saint-Nicolas Hérémence/VS 1971 und St. Konrad Schaffhausen 1974.

Im Januar 1980 konnte dann endlich auch die neue Orgel eingeweiht werden. Der Entwurf von Jakob Schmidt (Orgelbau Goll) fügt sich nahtlos in das Raumgefüge ein, nimmt Proportionen, Volumina und Abwinklungen auf und schafft eine Art dreidimensionale Klang-Skulptur. Die einzelnen Teilwerke (Pedal, Hauptwerk, Brustwerk, Schwellwerk) sind klar abzulesen. Das rein mechanische Instrument war seit der Übernahme der Goll’schen Werkstatt durch Beat Grenacher und Jakob Schmidt 1972 die erste 3-manualige Orgel mit über 30 Registern. In der Zwischenzeit sind bis heute in der Luzerner Orgelbau-Werkstatt 25 grosse Instrumente mit 3 oder sogar 4 Manualen entstanden, insgesamt zwischen 1972 und 2018 genau 100 neue Orgelwerke !

Hauptwerk II

Pommer16'
Principal8'
Spitzflöte8'
Octave4'
Koppelflöte4'
Octave2'
Mixtur V-VI1 1/3'
Cornet V8'
Trompete8'

Schwellwerk I

Suavial8'
Rohrgedackt8'
Unda maris8'
Principal4'
Gemshorn4'
Quinte2 2/3'
Waldflöte2'
Terz1 3/5'
Plein jeu IV1'
Englischhorn16'
Schalmei8'

Brustwerk III

Gedackt8'
Rohrflöte4'
Principal2'
Quinte1 1/3'
Regal8'

Pedal

Principal16'
Subbass16'
Octave8'
Octave4'
Mixtur III-IV2'
Posaune16'
Trompete8'