Einweihung neuer Konzert-Spieltisch (Christian Schmitt)

03.10.2017, 19:30 Uhr

Die KKL-Orgel war bis jetzt die wohl einzige Konzertsaal-Orgel ohne fahrbaren Spieltisch. Vor allem beim Vorbereiten für ein Konzert waren die Orgelspieler konfrontiert mit der klanglich ungünstigen Position direkt unter dem Instrument. Die Balance der einzelnen Register zueinander und die entsprechende Wirkung im Saal ist vom Organisten-Balkon aus nicht zu beurteilen. Ausnahmslos alle Gastorganisten haben immer wieder auf die Notwendigkeit eines auf dem Orchesterpodium stehenden, frei positionierbaren Spieltisches hingewiesen. Im Rahmen der auf drei Jahre (2016-18) verteilten Reinigungs-Arbeiten ergab sich die Gelegenheit zum Einbau der elektrischen Elemente (Ton-Magnete für jedes Ventil, Schweller-Motoren, neue Register-Zugmotoren, etc.). Das zusätzliche elektronische Traktur-System ermöglicht nun das Anspielen der Orgel vom frei positionierbaren Konzert-Spieltisch aus. Sowohl das Übertragungs-System wie auch der „Setzer“ (Möglichkeit der Vorprogrammierung) entsprechen der neuesten Generation mit den heute üblichen Funktionen. An zwei Stellen auf dem Orchester-Podium kann das entsprechende Netzwerk-Kabel angeschlossen werden. Der Organist hat dadurch sowohl beim Vorbereiten der unterschiedlichen Registrierungen wie auch im Konzert eine realistische Klangkontrolle. Auch der Kontakt zum Dirigenten, zu den Mitmusikern und zum Publikum ist wesentlich verbessert.

Das Design des fahrbaren Spieltisches wurde ganz individuell fürs KKL entwickelt. Sowohl die formale Gestaltung wie auch die Materialisierung (Kirschbaum/weiss) sind auf die besonderen Gegebenheiten in der „salle blanche“ abgestimmt. Der Korpus ist kompakt und elegant gegliedert, die zahlreichen Bedienelemente übersichtlich und ergonomisch optimal angeordnet.

Christian Schmitt (Stuttgart/Bamberg) spielt bei seinem Einweihungs-Recital Werke von Widor, Roth, Messiaen und Liszt.

Die grosse Goll-Orgel im KKL Luzern erhält mit dem neuen Konzert-Spieltisch eine noch grössere Flexibilität, ganz in Entsprechung zur exquisiten Qualität der Akustik und Optik des Konzertsaals.